Wasser: Wasser gilt als Ursymbol für Leben und Fruchtbarkeit und Anfang einer unverbrauchten Reinheit. Aufgrund seiner großen Bedeutung zählt es zu den vier Urelementen (Feuer, Wasser, Luft, Erde). In vielen Religionen des Altertums wurden Gewässer, vor allem Quellen, als Heiligtum verehrt. "Am Anfang war das Wasser“, steht in der Schöpfungsgeschichte der Bibel. Wasser spielt in der rituellen Reinigung ebenso eine Rolle wie bei der christlichen Taufe.

Osterwasser: Nach altem Glauben soll Osterwasser eine ganz besondere Kraft besitzen. Allerdings ist einiges zu beachten im Umgang mit ihm. Als Osterwasser gilt jenes Wasser, das in der Nacht zum Ostersonntag in der Zeit nach Mitternacht und vor Sonnenaufgang aus einem Brunnen, einer Quelle oder einem fließenden Bach geschöpft wurde.

Dem Volksglauben nach soll dieses Wasser, ähnlich wie das Märzwasser, besonders lange halten und nicht verfaulen. Es soll zudem, wenn man sich damit wäscht, besonders feine Haut geben. Das Wasser wurde vorwiegend von jungen, unverheirateten Frauen geschöpft. Der Weg zum Fluss und zurück musste stillschweigend und nach einigen Quellen auch unbeobachtet zurückgelegt werden, damit das Wasser nicht seine Wirkung verlor.

Die belebende Wirkung des Wassers sollte auch dadurch zum tragen kommen, dass man sich in diesem Wasser im Fluss wusch. Sogar Vieh wurde am Ostermorgen in die Bäche getrieben, damit es sich wasche und von Krankheiten verschont bleibe. Alternativ besprengte man Personen und Vieh mit dem Wasser.

Taufwasser: Das Wasser, das in der Liturgie der katholischen Kirche während der Feier der Osternacht geweiht wird, bezeichnet man auch als Osterwasser. Mit diesem Wasser besprengt der Priester die Gemeinde. Es wird das ganze folgende Jahr für Taufen verwendet.

Osterbrunnen: Aus der Fränkischen Schweiz stammt der Brauch, Osterbrunnen zu schmücken. Am Karsamstag öffentliche Dorfbrunnen mit bemalten Ostereiern und anderem Verzierungen geschmückt.

Mündliche Überlieferungen berichten erstmals von einem Osterbrunnen um das Jahr 1909. Wie es zur Entstehung dieses Brauches kam, ist unklar.  Neben christlichen Interpretationen wird als Erklärung häufig die Wasserarmut der Fränkischen Schweiz genannt. Dadurch hatte Wasser einen besonders hohen Stellenwert. Die gründliche Reinigung der für die Trinkwasserversorung wichtigen Brunnen von den Verunreinigungen des vergangenen Herbstes/Winters, was meist in gemeinsamer Arbeit geschah, könnte ebenfalls zur Entstehung des Brauches beigetragen haben.

In Fulda sowie vielen Orten in der Umgebung wurde der Brauch  „Brunnen zu Ostern zu schmücken“ übernommen.